Heute existieren mehr als 100 Öko-Kennzeichnungen. Auch die Supermarktketten haben mittlerweile ihre eigenen Bio-Marken. Wie können da Verbraucher wissen, ob tatsächlich auch Bio drin ist, wo Bio drauf steht, und welche Richtlinien der Herstellung bei diesen Marken gelten?
BSE, Ekelfleischskandale, hochgiftiges PCB im Tierfutter, Schweinepest, Hormone im Fleisch, Reste von Lösungsmitteln im Schweinefleisch – eine lange Liste von Lebensmittelskandalen in Deutschland und Europa haben Verbraucher verunsichert.
Anfang 2001 wurde nun das staatliche streng geschützte, aber freiwillige Bio-Siegel eingeführt mit einer ganzen Reihe von Verordnungen zur Orientierung und Transparenz bei Bio-Erzeugnissen für den Verbraucher.
Zur Information der Verbraucher muss angegeben werden, woher die Erzeugnisse stammen. Das Öko-Logo darf nur angebracht werden, wenn mindestens 95 % der Zutaten ökologischen Ursprungs sind. Allerdings können auch bei nichtökologischen Erzeugnissen Zutaten ökologischen Ursprungs angegeben werden, dies jedoch ausschließlich auf der Zutatenliste.
Vor Einführung des EU-Siegels existierten schon seit Jahren andere Marken wie Bioland oder Demeter. Bioland wurde beispielsweise bereits 1976 als Warenzeichen angemeldet.
Schon damals galten strenge Richtlinien für diese Produkte.
Die heutigen Standards sollen die organisch-biologische Landbaumethode im Detail erklären.
Ziel ist nicht nur die Produktion von Lebensmittel mit hohem gesundheitlichem Wert, sondern die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Luft.
Auch die Umstellung von Betrieben auf diese Wirtschaftsweise wird genauestens beschrieben.
Regelmäßige Überprüfungen der Einhaltung dieser Richtlinien, Zertifizierungen sowie eine Vergabe einer Öko-Kontroll-Nummer sind reglementiert.
Ziele:Während das EU Bio-Siegel lediglich ein Mindestmaß für Öko-Nahrungsmittel liefert, gehen anthroposophisch orientierte Demeter-Bauern und -Hersteller noch einen Schritt weiter, als die EU-Bio-Verordnung vorschreibt.
Bei Demeter gibt es ausschließlich eine Gesamtbetriebsumstellung, denn sie sehen die Höfe als eine Art Gesamtorganismus. Deshalb hat Demeter als einziger Öko-Verband für seine landwirtschaftlichen Betriebe die Tierhaltung obligatorisch vorgeschrieben. Denn Demeter-Bauern halten genau so viele Kühe, wie es zu ihrem Land passt. Die sorgen mit ihrem Mist exakt für den wertvollen Dünger, der gebraucht wird, um das Land fruchtbar zu halten. Die Tiere bekommen das auf dem Hof gewonnene Futter und liefern dafür wertvolle Lebensmittel.
Quellenangaben: